Skip to main content
  • Mit Sicherheit am Wasser

    Wasserwacht Bayern

  • Mit Sicherheit am Wasser

    Wasserwacht Bayern

Abenteuer verbindet: Jugendwasserwacht Dorfen meistert „Bayerisch-Kanada“

Dorfen / Viechtach, 04.07.2026 – Ein intensiver Tag voller Action, Teamgeist und pädagogischer Tiefe liegt hinter der Jugendgruppe der BRK Wasserwacht OG Dorfen. Am Samstagmorgen machten sich die angehenden Wasserretter auf den Weg zu einem ganz besonderen Teambuilding-Ausflug an den Schwarzen Regen. Ziel war die als „Bayerisch-Kanada“ bekannte Flusslandschaft, wo die Jugendlichen auf einer Strecke von 16 Kilometern weit mehr als nur sportliche Höchstleistungen erbrachten. Am Ende kehrten alle erschöpft, aber sichtlich gestärkt und glücklich an den Ausgangspunkt am Freibad Dorfen zurück.

Paddeln durch die Hollywood-Kulisse im Bayerischen Wald

Der Startschuss fiel pünktlich um 07:45 Uhr in Dorfen. Das Ziel des Ausflugs war die spektakuläre Naturkulisse zwischen Viechtach und Bad Kötzting. Der Schwarze Regen windet sich hier durch dichte, unberührte Wälder und felsige Täler, was der Region den treffenden Namen „Bayerisch-Kanada“ eingebracht hat. Wie wild und atemberaubend dieses Gewässer ist, zeigt sich auch daran, dass die Gegend und der nahe Höllensteinsee erst kürzlich als offizielle Kulisse für den Hollywood-Spielfilm „The Weight“ mit den Weltstars Ethan Hawke und Russell Crowe dienten.

Die 16 Kilometer lange Kanutour hielt für die Jugendlichen jedoch nicht nur landschaftliche Highlights, sondern auch echte sportliche Herausforderungen bereit. Trotz bestem Sommerwetter forderte starker Gegenwind auf dem Höllensteinstausee und dem Blaibacher See den vollen Krafteinsatz der Truppe.

Mutprobe an der Klippe und Training im Fließgewässer

Das absolute Highlight des Tages erwartete die Gruppe an den steilen Felswänden entlang des Flusses. Hier bot sich die Gelegenheit zum Klippenspringen aus einer Höhe von bis zu 16 Metern. Unter den wachsamen Augen der Jugendleiterin und der Begleitpersonen sprangen alle Jugendlichen aus unterschiedlichen Höhen in die Fluten des Schwarzen Regens. Im Sinne der pädagogischen Arbeit der Wasserwachtjugend galt hierbei das Prinzip der absoluten Freiwilligkeit: Jedes Gruppenmitglied sprang genau so hoch, wie es das Vertrauen in das eigene Können zuließ. Ohne Gruppenzwang, sondern rein aus Spaß an der Freude, überwand mancher seine eigene Ängste und verschob persönliche Grenzen.

Doch es blieb nicht nur beim Sprung ins kühle Nass: Einige der Jugendlichen nutzten die Gelegenheit und legten durchaus mehr als einen Kilometer schwimmend direkt im strömenden Fließgewässer zurück. Diese intensive Eigenerfahrung mit der Strömung und der Kraft des Flusses ist von unschätzbarem Wert. Sie trägt maßgeblich zur praktischen Erfahrung für den späteren Wasserrettungsdienst bei, in dem das sichere Beherrschen von Fließgewässern eine Kernkompetenz darstellt.

Pädagogischer Mehrwert und die Grundsätze des Roten Kreuzes

Ein solcher Ausflug ist für die Jugendwasserwacht weit mehr als nur ein Freizeitvergnügen. Die gemeinsame Bewältigung der anstrengenden Flussstrecke und die nötige Selbstorganisation in den Booten förderten das „Wir-Gefühl“ massiv. Die Jugendlichen lernten spielerisch, sich blind aufeinander zu verlassen – eine Fähigkeit, die im späteren Einsatzdienst als Wasserretter über Leben und Tod entscheiden kann. Abenteuer verbindet, und das gemeinsame Erleben schweißte die Gruppe fest zusammen.

Dabei spiegelt diese Jugendarbeit auch die weltweiten Grundsätze der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung wider. Neben der Menschlichkeit, die im fürsorglichen Umgang miteinander im Boot spürbar war, stand vor allem die Einheit im Fokus: Nur als geschlossenes Team ließ sich der heftige Gegenwind bezwingen. Durch die Freiräume, die den Jugendlichen bewusst gewährt wurden, lernten sie zudem Freiwilligkeit und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. So wurde beim gemeinsamen Spaßhaben unbemerkt Wichtiges fürs Leben gelernt.

Erschöpft, aber glücklich

Nach einem langen, körperlich fordernden Tag auf dem Wasser ließen die Ausflügler den Abend bei einem gemeinsamen Pizzaessen in Viechtach gemütlich ausklingen. Um 23:15 Uhr erreichte der Bus schließlich wieder den Ausgangspunkt, das heimische Freibad Dorfen. Zurück blieben müde Muskeln, aber auch die Gewissheit, gemeinsam ein echtes Abenteuer bestanden zu haben.